Wir befürchten nur, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt
admin am 24. May 2013 um 18:21Bis es nicht mehr ging, hielt Werder an einem Trainer fest, der die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollte. Für die Stadt ist das typisch. Über die Parallelen der Krisen bei Werder und Bremen. Eine Innenansicht aus dem gallischen Dorf. Von Jan-Philipp Hein
Die wichtigsten jährlichen Ereignisse im kleinsten Bundesland der Welt sind schnell aufgezählt. Bremer Herren, die was auf sich halten, rennen in Pinguinkluft am Dreikönigstag zum Osterdeich und zelebrieren dort die Eiswette. Es wird der Frage nachgegangen, “of de Werser geiht or steiht”, also ob der Fluss zugefroren ist, oder von Schiffen befahren werden kann. Irgendwann, als Bremen noch stolz und potent war — heute ist es eine stolze Stadt — war das für die weltweit handelnden Kaufleute von existenzieller Bedeutung. Der zweite extrem wichtige Termin der Hansestadt ist das Schaffermahl. Auch hierbei handelt es sich um einen Männerbund. Im Rathaus versammeln sich die Pinguine, um sich selbst zu feiern. Ursprünglich verabschiedeten sich bei der Schaffermahlzeit die Bremer Reeder und Kaufleute vor dem Frühling von ihren Kapitänen, die ihre Fahrten über die Weltmeere antraten. Heute geht es — nicht nur beim Schaffermahl — im Bremer Rathaus ums Sehen und Gesehenwerden.
In Zukunft wird auch der 15. Mai ein wichtiger Tag im Bremer Kalender sein. Vornehmlich Männer in grünen Gewändern werden sich am Weserstadion treffen, um zu trauern. An diesem Tag im Jahr 2013 nämlich hat sich der SV Werder Bremen von seinem langjährigen Trainer Thomas Schaaf getrennt. Ich will mehr »


